Inflation: Was genau ist das?

Was ist relevant?

Inflation DefinitionInflation ist ein Begriff, den viele Menschen falsch verstehen, weil er 2 Bedeutungen hat:

  • Preissteigerungen (sind relevant)
  • Geldmengensteigerungen (sind irrelevant)

Vor allem „Geldsystemkritiker“ propagieren die angebliche Formel „Geldmengensteigerung = Inflation“ vorsätzlich falsch, um Anhänger zu gewinnen.

Inflation wird auch gern von denen benutzt, die Frage 18 der FAQ nicht verstehen wollen – nämlich dass Inflation im „Economic Balance System“ (EBS) von economy4mankind überhaupt kein Problem ist.

Eine zu hohe Inflation ist allerdings ein Kriterium, das jedes (aktuelle wie auch alternative) Wirtschaftssystem vermeiden muß, wenn es funktionieren und von den Bürgern akzeptiert werden soll.

Lesen Sie nachfolgend, was genau Inflation eigentlich ist, und wie das EBS das Problem löst.

Geldmengen- oder Preissteigerung?

Der lateinische Begriff „Inflation“ bedeutet „Ausweitung“ und bezeichnete ursprünglich die Ausweitung der Geldmenge (also zusätzliches Geld, das durch eine Zentralbank in Umlauf gebracht wird). Die entscheidende Frage dabei lautet: Ist das „Drucken“ von zusätztlichem Geld ein Problem?

Es kommt darauf an, welchen Effekt eine Geldmengensteigerung auf die Kaufkraft der Bürger hat. Wenn eine höhere Geldmenge nicht zu höheren Preisen / sinkender Kaufkraft führt, ist die Geldmengensteigerung irrelevant.

Damit sind wir bei der zweiten und einzig relevanten Definition der Inflation – der Preissteigerung. Wenn in den Nachrichten gemeldet wird, daß die Inflation um 3% gestiegen ist, bedeutet das immer, daß die Preise für die wichtigen Güter des alltäglichen Lebens („Warenkorb„) um 3% gestiegen ist. Sie werden niemals hören, daß die Inflation um 3% gestiegen sei, weil die Geldmenge um 3% erhöht wurde.

Der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation hängt ab von der Verteilung des Geldes sowie Angebot und Nachfrage nach Gütern (siehe unten). Wäre der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation zwingend, wäre er nicht widerlegbar. Die Realität ist jedoch voller Beispiele, die die Geldmengentheorie empirisch widerlegen:

Die „Quantitätsgleichung„, die heute an Universitäten gelehrt wird, besagt: „Preisniveau = Geldmenge x Umlaufgeschwindigkeit dividiert durch Zahl der Transaktionen“. Das heißt auch: Wenn man auf der einen Seite der
Gleichung die Geldmenge steigert, müssen auf der anderen Seite zwingend die Preise steigen – und das sogar proportional. Würde die Lehrbuchtheorie stimmen, müßte eine um 50% höhere Geldmenge zu 50% höheren Preisen führen. Wie die Realität beweist (siehe oben=, stimmt das nicht. Auch bei diesem Thema werden falsche Inhalte an den Universitäten gelehrt.

Aber was läßt nun Preise steigen? Die Süddeutsche Zeitung erkannte im Mai 2010: „Die Angst vor der Inflation ist heute unbegründet. Gewiss, die Menge des von der Zentralbank gedruckten Geldes steigt. Viel Geld allein macht aber noch keine hohen Teuerungsraten. Die Preise kommen nur ins Laufen, wenn Bürger, Banken und Unternehmen das Geld ausgeben statt es zu horten. Geld, das unter der Matratze oder auf dem Sparbuch herumliegt, schafft keine Inflation. Es muss schon ausgegeben werden.“

Preise hängen ab von Kaufkraftverteilung, Angebot und Nachfrage

hyperinflationDer Mythos, daß eine Geldmengensteigerung zwangsläufig die Preise steigen läßt, stammt aus Hyperinflationen wie z.B. im Deutschland der 1920er-Jahre.

Alle Hyperinflationen haben gemeinsam, daß einer Mangelwirtschaft ein geringes Warenangebot einer riesigen Nachfrage gegenüber steht. Händler verkaufen grundsätzlich immer (auch heute) zu den höchsten Preisen, die der Markt her gibt. In einer Mangelwirtschaft kommt es daher zu einer Preisentwicklung, die wie eine Versteigerung läuft: Wer am meisten zahlen kann, bekommt die Ware.

Das hat zur Folge, daß die breite Mehrheit der Bevölkerung, die explodierende Preise für lebenswichtige Dinge wie Nahrung und Brennstoffe nicht zahlen kann, mit einem Hungeraufstand die Regierung verjagt.

Das hat wiederum zur Folge, daß die Regierung, die selbst überleben will, gar keine andere Wahl hat, als die Bevölkerung mit so viel Geld zu versorgen, wie die Händler verlangen.

Eine Geld-Preis-Spirale tritt in Gang, die stets zum Zusammenbruch führt, sobald man mit den Geldscheinen nur noch heizen kann (siehe Bild).

Im EBS verfügen alle Menschen über wesentlich höhere Einkommen und damit weitaus mehr Kaufkraft. Obwohl die Preise von der Kostenseite her nicht steigen müßten (siehe Frage 18 der FAQ), gibt der Markt höhere Preise her. In Deutschland entstünde der „Schweiz-Effekt“: Identische Produkte kosten in den Schweiz mehr als in Deutschland – aus dem einzigen Grund, daß der Markt es her gibt.

Dieses Problem ist einfach zu lösen, indem man verhindert, daß die Unternehmen die zusätzliche Kaufkraft durch höhere Preise abschöpfen. Dazu setzt man im EBS „Inflations-Bekämpfungs-Unternehmen“ (IBU) ein.