Alternative Wirtschaftssysteme: Gütergemeinschaft

Auf unserer Seite „Alternative Wirtschaftssysteme im Vergleich“ nennen wir auch die „Gütergemeinschaft“.

Darunter versteht man ein Wirtschaftssystem, das auf die „Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde“ aus dem Neuen Testament der Bibel zurückgeht.

Die Grundidee ist die einer Familie: Alles gehört allen. Wer etwas benötigt, bekommt es geschenkt. Zitat aus Wikipedia:


„Die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten ihn den Aposteln zu Füßen; und man teilte jedem aus, so wie jemand bedürftig war.“

Demnach blieb Privatbesitz formell bestehen, aber jeder Getaufte verzichtete den anderen Gemeindegliedern gegenüber je nach Bedarf auf seine Besitzrechte. Den so erreichten Zustand des Gemeinbesitzes bezeichnet Lukas mit der Wendung hapanta koina analog zum damaligen hellenistischen Freundschaftsideal, so dass die Urgemeinde hier auch für Nichtjuden Vorbild war und sein sollte. Nach diesen Summarien folgen Beispiele (Apg 4,36–37 EU): „Josef aber, der von den Aposteln den Beinamen Barnabas erhalten hatte […], besaß einen Acker und verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.“ Apg 5,1–11 EU erzählt, dass Hananias und Saphira zusammen ein Grundstück verkauften, aber etwas von dem Erlös für sich behielten und Hananias den Aposteln nur einen Teil davon überbrachte. Petrus habe ihn gefragt:

„Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belügst und von dem Erlös des Grundstücks etwas für dich behältst? Hätte es nicht dein Eigentum bleiben können und konntest du nicht auch nach dem Verkauf frei über den Erlös verfügen?“

Mit dem Beschluss in seinem Herzen habe er nicht Menschen, sondern Gott belogen: „Als Hananias diese Worte hörte, stürzte er zu Boden und starb.“ Ebenso ergeht es seiner Frau, die Petrus danach mit ihrer Tat konfrontiert.

Die Beispiele kontrastieren das erwünschte Verhalten, den ganzen Erlös eines Grundstücksverkaufs der Gemeinde zu spenden, mit dem verurteilten Verhalten, etwas vom Erlös für sich zu behalten. Laut der Reaktion des Petrus waren Grundstücksverkauf und Spende freiwillig, aber das Unterschlagen eines Teils war für ihn ein Belügen Gottes, weil der Spender fälschlich vorgab, den vollen Erlös zu spenden. Damit brach er die vom Heiligen Geist bewirkte Gemeinschaft, die den Bedürftigen zugutekommen sollte. Demnach sollte der tatsächliche Verkaufserlös bei einer freiwilligen Spendenübergabe nicht verheimlicht werden oder eine vorher angekündigte Spende vollständig übergeben werden.

Danach erwähnt die Apostelgeschichte die Gütergemeinschaft nicht mehr.


Vorteile

Funktioniert bei sehr geringen Ansprüchen und so lange alle bereit sind, alles zu teilen.

Nachteile

  • Volkswirtschaftlich unmöglich, da es grenzenlosen Altruismus mit fremden Menschen voraussetzt. Siehe Kommunismus.
  • Keine Herstellung komplexer Produkte möglich.

Es gab abgesehen von Familien, Stämmen oder Clans in der Geschichte der Menschheit keine Gütergemeinschaft, die funktioniert hat.