BGE: Wann ein Grundeinkommen sinnvoll ist

„Es geht nicht um Jobs. Selbst Sklaven haben Jobs. Es geht um Einkommen.“ (Jim Hightower)

Am Anfang des Weges zum BGE bzw. „bedingungslosen“ Grundeinkommen steht eine grundsätzliche philosophische Frage:

Hat jeder Mensch das Recht auf ein würdiges Leben und auf eine faire Teilhabe am Reichtum der Welt?

Libertäre / Marktradikale / Neoliberale verneinen diese Frage. Ex-SPD-Chef Franz Müntefering meinte: „Nur wer arbeitet, soll auch essen.“ Wer die Frage hingegen bejaht, ist auf dem Weg zum BGE.

Die nächste Weggabelung auf dem Weg zum Grundeinkommen ist die Frage:

Sinken durch Automation und Rationalisierungen die Zahl der Arbeitsplätze und die Einkommen auf ein zu niedriges Niveau?

Warum BGE / Grundeinkommen, Zitat Müntefering, nur wer arbeitet soll auch essen

Obwohl das längst Realität ist (siehe „Armut in Deutschland: Die tatsächlichen Fakten„), verneinen viele Menschen und „Experten“ diese Frage. Ihrer Meinung nach entstehen immer neue Jobs, die Ersatz für die alten bieten. Das ist in mehrerer Hinsicht falsch. Zunächst einmal ist die Zahl der neuen Jobs geringer als die der wegrationalisierten. Es liegt ja auch in der Natur der Sache, dass die Unternehmen rationalisieren, um vor allem Lohnkosten zu senken. Desweiteren bewirken die ständig steigenden Anforderungen der Arbeitgeber ein „Mismatch“, d.h. Stellen sind nicht besetzbar, weil dort „Arbeitsmarkt-Olympiasieger“ gefragt sind (mehr). Und schließlich unterschätzen sie, daß Automationstechnik, Software, Künstliche Intelligenz (KI) etc. noch am Anfang ihrer Möglichkeiten stecken.

Eine Folge von Rationalisierungen / Automation ist erstens eine Konkurrenzsituation Mensch/Maschine, der Beschäftigung und Einkommen senkt. Zweitens sinkt die Nachfrage, von der auch Arbeitnehmer und Unternehmen leben, die sich heute noch sicher fühlen. Siehe auch „Automatisch arbeitslos“ und das nachfolgende Video „Humans need not apply“ (Menschen brauchen sich gar nicht erst zu bewerben):

Menschen brauchen sich gar nicht erst zu bewerben

Arbeit „billig wie Dreck“

Betriebswirte in aller Welt haben als oberstes Ziel, die Profite der Unternehmenseigentümer zu maximieren. Der technische Fortschritt gibt ihnen immer mehr Möglichkeiten, den Kostenfaktor „Arbeit“ zu minimieren. Dadurch sinkt die Zahl der bezahlten Arbeitsstunden. Durch Rationalisierungen und Automation geht der Menschheit global nachweislich schleichend die Arbeit aus. Sogar in China verdrängen Roboter die Billiglöhner.

Daß die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland nicht entsprechend sinkt, liegt erstens an der Aufteilung von Vollzeit- in Minijobs, zweitens in dem Effekt, dass Deutschland durch Produktivitätsmaximierung die Arbeitslosigkeit ins Ausland exportiert, und drittens in der Tatsache, daß Arbeit weltweit „billig wie Dreck“ ist, siehe Video von Professor Bontrup:

Von Arbeitslosen zu „arbeitenden Armen“

Aus einem quantitativen machten Regierungsparteien und ihre „Experten“ das qualitative Problem der „arbeitenden Armen“. Folge: 50% aller Erwerbstätigen in Deutschland haben monatlich (nach Abzug von Miete, Nebenkosten, Energie) pro Person maximal 330 € zur Verfügung.

Über 14 Mio. Bundesbürger haben mindestens 1 x die Erfahrung mit Hartz IV machen müssen, jedes 4. Kind wächst in Armut auf. Die Wut und Ohnmacht zerstört die Reste der noch vornhandenen Demokratie.

Almosen in Form niedriger Sozialleistungen werden den Zerfall des Staates nicht aufhalten. Alte BGE-Modelle mit einem Grundeinkommen auf Hartz IV-Niveau verschärfen sogar das Problem, weil sie als Kombilohn zum Missbrauch durch Arbeitgeber einladen. Folge: Noch mehr Leiharbeit und Niedriglohn.

Die Lösung ist das Steuerspar-BGE. Infos dazu finden Sie auf unserer Hauptseite BGE / Grundeinkommen.