Einlullen, schönreden, dementieren: Unternehmerlobbyisten, deren Politiker und – besonders unverzeihlich: Journalisten – wollen, dass das politische und ökonomische System immer weiter läuft. Damit sind sie Teil des Problems.

Preiskategorien

Die Schlimmsten von ihnen stellen wir bei unserer monatlichen Preisverleihung den deutschen „Froschkoch des Monats“ vor. Dabei betrachten wir immer rückwirkend den vorangegangenen Monat. Anfang Oktober verleihen wir den ersten Preis für den Monat September. Die Kategorien:

  • „Froschkoch des Monats“ für Deutschland
  • Die Monatssieger nehmen an der Auswahl zum „Froschkoch des Jahres“ teil.
  • Zudem küren wir auch den „Internationalen Froschkoch des Jahres“.

Erster Preisträger im September 2016: Regierungssprecher Steffen Seibert für die Behauptung bzgl. NSA: „Es hat nie eine massenhafte Überwachung gegeben.“

Haben Sie weitere Kandidaten? Wer will die Bürger für dumm verkaufen? Senden Sie uns bitte Ihre Vorschläge an froschkoch.des.monats @ economy4mankind.org

Der Begriff „Froschkoch“ bezieht sich auf Kapitel 1 „Geiseln der Froschköche“ aus dem Buch „Die Geldlawine“ , aus dem economy4mankind entstand. Das komplette Kapitel 1.1. finden Sie hier. Ein Auszug:

Auszug aus „Die Geiseln der Froschköche“

anstieg arbeitslosigkeit zeitreihe

Entwicklung der Arbeitslosigkeit bis zur Statistikmanipulation durch Hartz IV und „Arbeitende Arme“ im Niedriglohnsektor. Bild: Wikipedia

„…Das Fatale am Niedergang unserer Systeme ist nicht nur der sinnlose Versuch, Fehlkonstruktionen durch Kosmetik zu retten. Fatal ist auch, daß der Niedergang in Zeitlupe abläuft, so daß nur die Wenigsten erkennen können/wollen, daß die gegenwärtige Krise (Arbeitsmarkt, Gesundheitssystem, Rentensystem, Bildungssystem, Steuersystem, Finanzsystem, politisches System, Geburtenrate, etc.) erst ein Vorausläufer einer Abwärtsentwicklung ist, die in den nächsten Jahrzehnten existenzgefährdende Ausmaße annehmen wird. Da es nicht stets gleichmäßig abwärts gehen kann, bilden sich immer wieder Wellen und Stufen, in denen es scheinbar kurz wieder aufwärts geht oder sich die Entwicklung stabilisiert. Langfristig geht es jedoch unaufhaltsam abwärts.

Die Regierungsparteien nutzen jeden noch so kleinen zwischenzeitlichen Aufwärtstrend als angeblichen Beweis, daß ihre Politik funktioniert. Und bei jeder Treppenstufe heißt es, die Lage habe sich stabilisiert.

Die Froschkoch-Metapher

Warum ist das Zeitlupentempo so gefährlich? Ein Blick ins Kochbuch soll es verdeutlichen: Wirft man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser, springt er umgehend wieder heraus. Setzt man den gleichen Frosch aber in wohltemperiertes Wasser und erhöht nur langsam die Temperatur, fühlt er sich wohl, genießt die Wärme, macht dann schlapp und läßt sich kochen, bis er tot ist. Kommt Ihnen das bekannt vor? Während der Frosch keine Ahnung hat, wie ihm geschieht, sind wir nur zu naiv bzw. zu träge, um auszusteigen und die Froschköche zu entsorgen. Tragikomisch ist dabei der Umstand, daß wir nur als vereinte Mehrheit handlungsfähig sind und auch die intelligenten Frösche mit der gleichgültigen Masse kochen müssen. Lediglich reiche Frösche haben es besser und ziehen in Steueroasen um.

Z.B. die wachsende Armut in Deutschland wird von den Froschköchen durch den Vergleich mit der Armut der 3. Welt relativiert. Eine solche Relativierung offenbart, wie bescheiden die Ziele sind, an denen die Froschköche die Gesellschaft ausrichten wollen. Die Froschköche erzählen den unteren beiden Dritteln der Gesellschaft, sie müssten den Gürtel enger schnallen. Dummerweise kann man den Gürtel überhaupt nicht so eng schnallen, als das irgendeines unserer Probleme dadurch auch nur ansatzweise gelöst würde. Im Gegenteil.

Die Froschköche ändern nicht einmal die Rezepte, sondern erhöhen die Temperatur im Kochtopf und nennen das „Systemwechsel“. Wenn ihre Reformen nicht wirken, sind eben weitere Reformen nötig – oder anders ausgedrückt: Verbrannte Suppen brauchen nach Ansicht der Froschköche noch mehr Hitze. Ein Klassiker der Froschkoch-Methoden ist das Spiel mit der Hoffnung auf die Zukunft. In einer nicht genau datierten Zukunft (nach dem nächsten Wahltermin) wird angeblich alles besser, weil die „Reformen“ angeblich erst danach wirken. Und (um eine bekanntere Metapher zu verwenden) wie ein Esel mit der unerreichbaren Möhre vorm Maul laufen wir Bürger/Wähler brav weiter.

Froschköche findet man vor allem in den Spitzen der etablierten Parteien. Aber auch viele Journalisten, Wirtschaftsführer und so genannte „Experten“ gehören dazu. Weil sie selbst keine Visionen besitzen, attackieren sie Visionäre gern mit dem Zitat: „Wer Visionen hat, braucht einen Arzt“.

Ist die große Vision, die alle wesentlichen Probleme unserer Nation löst, also unmöglich? Nein. Hier ist sie, und nach diesem Buch werden Sie verstehen, warum die Lösung nur von jemandem kommen kann, der nicht „dazugehört“. Aus Gründen der Überschaubarkeit finden Sie die gesellschaftlichen und globalen bzw. außenpolitischen Themen in weiteren Büchern (siehe Vorwort). Hier geht es zunächst „nur“ um unseren Arbeitsmarkt und unser Wirtschafts-, Steuer-, Renten-, Finanz-, Gesundheits– und politisches System. Spätestens nach diesem Buch werden Sie hoffentlich zustimmen, daß alle diese Systeme größtenteils unreformierbare Fehlkonstruktionen sind. Sie werden sehen, daß Parteien und „Experten“ nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Der Weg der etablierten Parteien führt direkt in die Massenarmut.

„Schwarzmalerei, Katastrophenfolklore, Zweckpessimismus!“ schreien an dieser Stelle die Froschköche. Hüten wir uns vor jenen, die Lösungen sabotieren. „