Langlebige Produkte statt geplanter Obsoleszenz? Kein Problem!

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Geplante Obsoleszenz (künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten) und das Verschwinden von Reparaturen sind ein Riesenproblem. Schweden greift eine Idee von economy4mankind auf, um etwas gegen die Wegwerf-Ökonomie zu unternehmen: Die Steuersätze für Reparaturen werden gesenkt. Das ist ein zaghafter Schritt in die richtige Richtung – aber mit e4m geht noch viel mehr.

Umgerechnet 76,5 Mio. € umfasst die geplante Steuerentlastung um 50% für Reparaturen von Fahrrädern, Schuhen, Textilien und Hausgeräten. Das sind rd. 0,07% des Steueraufkommens. economy4mankind geht mit seinem Konzept weit darüber hinaus, um Produkte langlebig zu machen.

Förderung u.a. durch komplette Steuerfreiheit

Aufmerksame Leser wissen: Reparaturen gehören im Steuersystem von economy4mankind zu den Dienstleistungen und Produkten, die komplett steuerfrei sind. Komplett steuerfrei sind u.a. auch:

  • Regenerative Energien und alles, was damit in Verbindung steht (Dienstleistungen, Anlagen)
  • Öffentlicher Personenverkehr (die Benutzung von Bussen und Bahnen sind bundesweit gratis)
  • Soziales, Bildung, Kultur, Bücher, Zeitungen
  • Landwirtschaftliche Produkte (außer Biosprit)
  • Bauleistungen

10 Jahre Garantie

Eine ganz einfache Lösung zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten ist die Verlängerung der Garantiezeit. Das ist für fast alle Produkte möglich (außer Verschleißteile, Textilien, Lebensmittel, etc). Und zwar auf 10 Jahre. Alles, was in 10 Jahren verschleisst, muss die Industrie auf eigene Kosten zurücknehmen.

Das hat natürlich drastische Konsequenzen. Die Produktpreise steigen. Aber pro Jahr ihrer Lebensdauer sinken die Kosten erheblich. Der Müllberg schrumpft extrem. Produkte werden von der Industrie von vornherein auf eine lange Haltbarkeit ausgelegt. Unternehmen wie Tupperware (Garantiezeit: 30 Jahre) tun das ohnehin.

Die Zahl der Industriearbeitsplätze – die ohnehin einen immer geringeren Anteil an der Ökonomie einnimmt – wird schneller sinken, als sie es ohnehin tut. Das einzige System, in dem das überhaupt kein Problem ist, ist das Markt Balance System von economy4mankind. Darin werden sich lediglich die Jobs in den Branchen bzw. Sektoren verschieben. Weg von den Sektoren Industrie und Handel. Hin zum Sektor Dienstleistung sowie zu den Bereichen Marketing, Entwicklung und Verwaltung – und zum hohen „Steuerspar-Grundeinkommen„. Es macht ohnehin keinen Sinn, als Fabrikarbeiter zu arbeiten.

Geplante Obsoleszenz: Verkürzung der Produkt-Lebensdauer

Die Arte-Doku „Kaufen für die Müllhalde“ dokumentiert das Problem der geplanten Obsoleszenz / künstlichen Verkürzung der Lebensdauer von Produkten. Die betriebswirtschaftlich nachvollziehbare, aber ökologisch irre Logik dahinter: Was schneller verschleißt, kann man häufiger verkaufen. Dass „geplante Obsoleszenz“ keine Verschwörungstheorie, sondern Fakt ist, sehen Sie im nachfolgenden Video:

Reparaturen unerwünscht

Das Problem liegt nicht nur in der künstlich verkürzten Lebensdauer, sondern auch darin, dass Reparaturen unerwünscht sind. Daher konstruiert die Industrie ihre Produkte so, dass Reparaturen möglichst teuer, schwierig oder gar unmöglich sind. Bei Autos ist es zunehmend üblich, dass komplette Baugruppen statt Einzelteile ersetzt werden müssen. Hewlett Packard ist berühmt für seine unreparierbaren Drucker (Verkaufszahl: 110.000 Drucker pro Tag!) und von Kunden nicht nachfüllbaren Druckpatronen. Den Vogel schießt Apple ab: Das neueste Modell des Macbook Pro – Kaufpreis 3.000 € – ist nicht mehr zu reparieren.

Der Südwestdeutsche Rundfunk zeigt dies in seiner Doku „Schmeiß weg, kauf neu! – Warum nicht mehr repariert wird“. Der SWR dokumentiert einen weiteren Grund für frühen Verschleiss. Durch den Preisdruck müssen Zulieferer ihre Qualität so weit senken, dass die Teile gerade eben die Garantiezeit überstehen:

Elektroschrott nach Afrika

Ein weiteres Problem unserer Wegwerf-Ökonomie ist natürlich der Müll. Bei Fahrzeugen hieß es in den 90ern: „Fängt er an zu rosten, kommt er in den Osten.“ Ab nach Osteuropa. Generell heißt es für Deutschlands Regierungsparteien: Aus den Augen, aus dem Sinn. Recycelt wird meist nur auf dem Papier.

Die ARD-Doku „Elektroschrott: Von Bayern nach Ghana – unser Schrott für Afrika“ zeigt eine weitere Schattenseite unserer Wegwerf-Ökonomie. Die afrikanische Wirtschaft kann sich nie entwickeln, weil billiger Elektroschrott, Altkleider, Altfahrzeuge etc. ebenso wie Lebensmittelexporte die lokalen Märkte übernehmen. Entwicklungshilfe ist eine Farce, wenn Industrienationen – allen voran Deutschland – die 3. Welt erst plündern und dann als Müllhalde benutzen. Und obendrein werden Kinder dazu gedrängt, sich in Kinderarbeit zu verdingen, statt zur Schule zu gehen:

geplante Obsoleszenz

Machbar. Aber mehrheitsfähig?

Die meisten Menschen lehnen Müll und kurzlebige Produkte ab. Und die meisten (meist die gleichen) wollen möglichst oft möglichst billige Produkte kaufen.

Wir könnten in einer so viel besseren Welt leben. Aber die meisten Menschen sind zu egozentrisch, um eine Mehrheit dafür zu gewinnen. Mit den Regierungsparteien ist keine nachhaltige Politik und kein dauerhaft funktionierendes System möglich. Noch ist das leider so. Aber economy4mankind arbeitet mit allen zusammen, die das ändern wollen..

Update: KenFM Interview mit DR. Christian Kreiß

Prof. Dr. Christian Kreiß ist Autor de Buches „Geplanter Verschleiß“. Am 15.04.2017 erschien nach nachfolgende Interviwe zum Thema geplante Obsoleszenz. Sehenswert!