Zielsetzung

Was wäre, wenn? Diese Frage ist wohl nirgends wichtiger als für das System, in dem wir leben. Davon hängen Einkommen, Lebenszufriedenheit, berufliche Perspektiven, Chancen zur Familiengründung, Geburtenzahlen, Spielraum des Sozialstaats, Spielraum der Öffentlichen Haushalte etc. ab.

In diesem Projekt wird eine Simulation einer Volkswirtschaft so programmiert, dass man sie auf der Webseite economy4mankind.org mit dem Browser benutzen kann. Zielgruppe sind vor allem Hochschulen / Studenten und Professoren der Ökonomie, die an Alternativen zur angeblichen Alternativlosigkeit ökonomischer Modelle / Systeme (Neoklassik, Keynesianismus) interessiert sind. Aber auch “Otto und Ottilie Normalbürger”, Wähler, Schüler, etc. sollen im In- und Ausland mit der Simulation ausprobieren, was passiert, wenn man Variablen ändert. Auf dass daraus der politische Druck entsteht, das beste System umzusetzen.

Für economy4mankind bedeutet eine gute Simulation einen Werbeeffekt. Im Idealfall spricht man weltweit darüber, dass es neue Steuerungsmöglichkeiten in einer Volkswirtschaft gibt, und dass das heutige System nicht alternativlos ist.

Wie kann man eine Volkswirtschaft wissenschaftlich exakt simulieren? Zum Beispiel Deutschland mit seinen rd. 82 Mio. größtenteils irrational / emotional handelnden Konsumenten? Mit 3,7 Mio. Unternehmen in 1.087 Branchen, mit mehreren Milliarden Transaktionen / Produktverkäufen pro Jahr? Mit zukünftigen Einflüssen aus der Weltpolitik, regionalen Politik, Innovationen, Klimaeinflüssen, Moden, etc? Das kann man nicht.

Aber man kann auf Grundlage vergangener Daten (zum Beispiel für 2014 – das letzte Jahr, für das Stand heute ausreichhend viele Daten vorliegen) relativ genau simulieren, wie sich die Daten im gleichen Jahr geändert hätten, wenn Variablen geändert worden wären. Beziehungsweise – wie bei economy4mankind – wenn Variablen hinzukommen, die es bisher nicht gibt.

Projektphasen

So könnten die Projektphasen aufeinander aufbauen

  1. Konzeption von Inhalt und Struktur (Gastmann, Kahl, Klöpper)
  2. Festlegung der Variablen (Gastmann, Kahl, Klöpper)
  3. Festlegung des Outputs (Gastmann, Kahl, Klöpper)
  4. Ausarbeitung der Formeln mit Hilfe einer Excel-Tabelle (Gastmann, Kahl, Klöpper)
  5. Umsetzung der Programmierung
  6. Fehlerkorrekturen, Feinschliff

Technik, Benutzeroberfläche

Wir sind für Vorschläge offen, wie die Benutzeroberfläche aussehen soll. Es werden auf jeden Fall Eingabefelder erforderlich sein. Da economy4mankind.org mit dem Bootstrap-Framework erstellt wurde, würden sich dessen Input-Gruppen sehr dafür eignen. Beispiel:

Freibetrag Vermögenssteuer:



,00

Zum Speichern und Abfragen von Daten steht eine MySQL-Datenbank zur Verfügung.

Zur Programmierung sind höchstwahrscheinlich php und JavaScript (+ ggf. SQL) ideal.

Team und Budget

Wer will mitarbeiten? Von economy4mankind sind Jörg Gastmann, Roland Kahl und Ludger Klöpper dabei. Klaus Frohwein sprach von einem Informatik-Studenten aus Bielefeld, der es programmieren würde. Für die Kommunikation untereinander und auch für Ideen von Lesern dieser Seite wird der Mailverteiler simulation (@) bandbreitenmodell.de eingerichtet, der Weiterleitungen an alle Teammitglieder enthält.

Da wir kein Geld haben, gibt es kein Budget. Die Arbeit ist ehrenamtlich. Der /die Programmierer können die Simulation als Referenzarbeit nutzen.

Sollte es Probleme geben, Programmierer zu finden, wäre ein open source Projekt bei github denkbar. Wobei auch hier jemand mitmachen müsste, der sich mit github auskennt.

Steuerbare Variablen

Dies sind die Variablen, die in die Simulation einprogrammiert werden sollen (wird bis zum Abschluss des Lastenhefts ständig überarbeitet):

  1. Zahl der Einwohner
  2. Prozentuale Anteile und Zahlen der
    1. Vollzeit-Erwerbstätigen
    2. Teilzeit-Erwerbstätigen
    3. Selbständigen
    4. Auszubildenden
    5. Nicht erwerbstätigen, aber erwerbsfähigen Personen
    6. Nicht erwerbsfähigen Personen im typischen Erwerbstätigen-Alter (23-65)
    7. Schüler, Studenten
    8. Rentner
    9. Grundeinkommensbezieher
  3. Sätze der Umsatzprovisionen des BBM, siehe auch Umsatzprovisionseinnahmen
  4. Sätze und Stufen der Unterbeschäftigungssteuer des BBM, siehe auch Kurzversion
  5. Satz der Einkommensteuer (im BBM: Null)
  6. Satz der Vermögenssteuer (im BBM: Vermögensbeschränkungen mit Sätzen von X% ab Y Mio. € Freibetrag pro Haushalt)
  7. Satz der Erbschaftssteuer, Freibetrag, eventuelle Stufen
  8. Satz der Mineralölsteuer, unterteilt nach Benzinsorten ohne Biosprit, Benzinsorten mit Biosprit,
  9. Satz der Einfuhrumsatzsteuer bzw. von Umsatzprovisionen auf Importe
  10. Satz der Tabaksteuer
  11. Verwendung der Einnahmen der Öffentlichen Haushalte. Dabei bleiben die heutigen Ausgaben als jeweiliger Mindestwert bestehen. Durch die zusätzlichen mindestens ca. 2.970 Mrd. € (2,97 Billionen €) aus Umsatzprovisionseinnahmen gehört die Verwendung des zusätzlichen Geldes zur Simulation. Eingabefelder: Verwendung der zusätzlichen Einnahmen für:
    1. Bildungssystem
    2. Sozialleistungen
    3. Öffentlicher Wohnungsbau (nicht nur gefördert, sondern zu 100% mit der Öffentlichen Hand als Bauherr und Vermieter zum Selbstkostenpreis). Default-Wert des Eingabefelds: 300 Mrd. € pro Jahr)
    4. Öffentlicher Personenverkehr (Bahn, Busse, etc): Anteil der Kosten, die die Öffentlichen Haushalte übernehmen. Default-Wert des Eingabefelds: 100% = 60 Mrd. €
    5. Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung und zu Krankenhäusern, Hospizen, etc, siehe hier
    6. (Richtige, ernsthafte, selbstlose und nachhaltige) Entwicklungshilfe. Default: 300 Mrd. € pro Jahr
    7. Medizinische Forschung. Default: 300 Mrd. € pro Jahr
    8. Umstellung auf erneuerbare Energien. Default: 300 Mrd. € pro Jahr
    9. Ausbau der Elektromobilität mit Lade-Infrastruktur. Default: 300 Mrd. € pro Jahr
    10. Bundeswehr. Default: Null €
    11. Kultur (Zuschüsse für Theater, Oper, Museen, Freizeitparks, …). Default: 50 Mrd. € pro Jahr
  12. Zusammensetzung der Ausgaben / Kosten privater Haushalte vom Bruttogehalt (Warenkorb über gesamte Lebensdauer)
    1. Immobilien
    2. Einkommensteuer
    3. Krankenversicherung, Gesundheitskosten
    4. Rentenversicherung
    5. Arbeitslosenversicherung
    6. Fahrzeuge
    7. Fahrzeugversicherung
    8. Sonstige Versicherungen
    9. variable Transportkosten (Kraftstoffe, ÖPNV-Tickets, etc)
    10. Lebensmittel
    11. Möbel
    12. Unterhaltungselektronik
    13. Urlaubsreisen
    14. Sport
    15. Bildung
    16. Gastronomie
    17. Ausgehen, Kino, Theater, Freizeit
    18. Haustiere
    19. sonstige
  13. Zahl der Unternehmen, mit wählbarer Struktur nach Umsatzklassen. Dabei ist z.B. die Frage: Wieviele Unternehmen verlagern ihren Sitz in ein Land, das mit dem economy4mankind zur Steueroase wird und an der Börse Spekulationen und Quartalsdruck beseitigt? Und wie viele zusätzliche Arbeitsplätze bringt das? Default: 10 Mio. zusätzliche Arbeitsplätze (Anmerkung: Realistisch ist ein mittelfristig ein Vielfaches, und langfristig Null, da die anderen Länder alle nachziehen werden, sobald das BBM läuft).

Output

  1. Durchschnittseinkommen
  2. Gesamteinkommen Haushalte
  3. Gesamtumsatz Wirtschaft
  4. Gesamteinnahmen Öffentliche Haushalte
  5. Exporte
  6. Importe
  7. Inflationsrate, siehe dazu u.a. IBU (Inflations-Bekämpfungs-Unternehmen).
  8. Sparquote

Formeln / Algorithmus

Wir veröffentlichen die Formeln der Simulation. Beispiele:

  1. Erhöhung der Löhne auf Median X und Durchschnitt Y, dito bei Renten, führt zu einer Konsumenten-Kaufkraft von Z.
  2. Konsumenten-Kaufkraft führt zu Umsätzen XU der Unternehmen.
  3. Steuerpflichtiger Teil der Unternehmensumsätzen SU führt zu Umsatzprovisionen UP.
  4. Umsatzprovisionen UP werden zu Einnahmen Öffentlicher Haushalte.

Links zur Inspiration