SPIEGEL versteht das Rentensystem nicht

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Wieviele Personen finanzieren 1 Rentner? „Heute kommen auf 100 Personen im Erwerbsalter 35 im Rentenalter„, schreibt der Spiegel. Und liegt völlig daneben. Die Spiegel-Journalisten haben das System nicht verstanden. Denn nicht „Personen in Erwerbsalter“ finanzieren die Rente, sondern Beitragszahler. Auf 100 Erwerbstätige kommen tatsächlich 75 Rentner. Und über Steuern müssen sie zusätzlich 860.000 Pensionäre (Beamte) finanzieren.

Echte Daten und Mathe für Anfänger

Zur Rente kursieren viele Zahlen. Die meisten sind falsch, da sie entweder auf unrepräsentativen Umfragen basieren oder auf Fiktionen der Regierung. Wie der fiktive „Eckrentner“, der 45 Jahre lang Durchschnittsbeiträge gezahlt haben soll.

Die zutreffendsten und aktuellsten Daten bietet der „Rentenversicherungsbericht des Bundestags 2015„.

Demnach finanzierten 30,96 Mio. Beitragszahler (ohne geringfügig Beschäftigte mit irrelevanten Beträgen) 20,6 Mio. Rentner. Das wären 1,5 Beitragszahler pro Rentner. Von diesen Beitragszahlern muss man noch die Teilzeitjobs in Vollzeitjobs umrechnen. Das wären dann rd. 1,33 Jobs, von denen 1 Rentner finanziert werden muss. Weil das nicht funktioniert, muss der Staatshaushalt 66,6 Mrd. € bzw. 32% Steuermittel zuschiessen („Bundeszuschuss“).

Wenn lt. Spiegel das Verhältnis von „Menschen im Erwerbsalter“ zu Rentnern bei 100:35 läge, wären das 59 Mio. Personen. Zählt man beides zusammen, sind es knapp 80 Millionen. Rechnet man noch die 860.000 Pensionäre hinzu (Beamte im Ruhestand werden nicht über die Rentenkasse finanziert), sind wir bei über 80 Mio. Personen bei 81,5 Mio. Einwohnern . Es fehlen noch rd. 15 Mio. Kinder, Schüler und Studenten. Würden Journalisten einfach mal nachrechnen, würden Sie sehen: Das passt überhaupt nicht zusammen.

So niedrig sind die Renten tatsächlich

Wo wir beim Thema sind: Werfen wir einen Blick aufg die neuesten Zahlen zur Höhe der tatsächlichen Rente. Männer erhielten lt. aktuellsten Daten durchschnittlich 1.013 € und Frauen lediglich 762 € Rente. Das heißt: Ein männlicher Durchschnittsrentner liegt heute knapp über der Armutsgrenze. Eine Durchschnittsrentnerin ist arm.

Auf Seite 15 des Rentenversicherungsberichts schreibt die Bundesregierung von einer Umfrage, die ein angebliches Einkommen belegen soll, das weit darüber liegt.

„In den alten Bundesländern verfügen Ehepaare über ein monatliches Nettoeinkommen von 2 510 Euro, alleinstehende Männer über 1.576 Euro und alleinstehende Frauen von 1.302 Euro je Monat. In den neuen Ländern verfügten im Jahr 2011 Ehepaare über ein Nettoeinkommen von durchschnittlich 2 016 Euro, alleinstehende Männer über ein Nettoeinkommen von 1 303 Euro und alleinstehende Frauen über ein Nettoeinkommen von 1 219 Euro je Monat.“

Manipulierte Statistiken

Offenbar wundern sich weder Regierung noch Journalisten über die erheblichen Unterschiede zwischen ausbezahlten Renten und Alterseinkünften. Die Antwort ist ganz einfach:

  1. Wenn es um Einkommen geht, gilt Armut als Schande. Also werden höhere Werte angegeben.
  2. Die Befragten sind nicht repräsentativ, da vor allem diejenigen, deren Einkünfte gering sind, die Angaben verweigern.
  3. Der Durchschnitt wird verfälscht durch weniger Bezieher hoher Zusatzeinkünfte wie vermieteten Wohnungen, Pachten, Dividenden, etc. Einige Wenige haben sehr viel, die Meisten haben nichts.

Das ist alles bekannt, hindert aber weder Regierung noch Journalisten, diese falschen Statistiken zu verbreiten. So gute wie jede Statistik zum Thema Armut in Deutschland wird von den Regierungsparteien, den von ihnen beauftragten Meinungsforschern und dem ihnen unterstellten Statistischen Bundesamt manipuliert. Das durchschaubere Motiv ist, den dringenden Handlungsbedarf des nicht funktionierenden Rentensystems öffentlich zu diskutieren.

Eine zutreffende Statistik über die tatsächlichen Armut in Deutschland finden Sie hier.

Eine Lösung

Eine Lösung des Problems mit 2.000 € monatlicher Mindestrente pro Person (netto) ist das Rentensystem von economy4mankind.