Tatsächliche Einkommensverteilung und Arbeitslosenquote in Deutschland

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Einkommensverteilung Arbeitslosenquote Deutschland

Die 10% Spitzenverdiener zahlen knapp die Hälfte der Einkommensteuer. Die unteren 20% der Erwerbstätigen zahlen nur 0,6%. Die Ungerechtigkeit liegt nicht in der Steuerverteilung, sondern in der Tatsache, dass die Einkommen der Mehrheit viel zu niedrig sind, um sie nennenswert zu besteuern. Laut Einkommensteuerstatistik und Rentenbericht des Bundetags haben rd. 60% aller Haushalte in Deutschland ein Einkommen auf oder knapp über Hartz IV Niveau.

Die einzige Quelle mit echten Daten: Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts

Vergessen Sie umfragebasierte Statistiken („Mikrozensus“ & Co), insbesondere bei Einkommen und Vermögen. Bei Umfragen werden die wirklich Reichen gar nicht befragt. Arme geben zu hohe Einkommen/Vermögen an, weil ihnen Armut peinlich ist. Die einzige Quelle mit echten Daten zu Einkommen und dessen Struktur ist die Einkommensteuerstatistik  des Statistischen Bundesamts. Sie basiert auf den Steuererklärungen gegenüber den Finanzämtern. Bei Angestellten, die keine Steuererklärung abgeben, basiert sie auf den Steuerdaten, die die Arbeitgeber bei ausnahmslos allen Angestellten (oberhalb 450-€-Jobs) an die Finanzämter zu übermitteln.

Die einzige Lücke dieser Daten sind Schwarzarbeit und Steuerbetrug. Schwarzarbeit wird ohne jegliche belastbare Daten geschätzt. Die amtlichen Zahlen des Zolls sind vernachlässigbar und schließt viele osteuropäische Schwarzarbeiter ein, die gar nicht Teil der Bundesbürger sind. Steuerbetrug betrifft fast ausschließlich die Gewinnbesteuerung und Umsatzsteuer. Steuerbetrug ist für Angestellte praktisch unmöglich (bis auf ein paar irrelevante Kilometer Fahrtstrecke zum Arbeitsplatz, ein paar Quadratmeter Arbeitszimmer und ein paar Euro für Aktenordner- das ist alles vernachlässigbar).

Amtliche Fakten

Laut aktuellster Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts vom 06.07. 2016 (für 2012, das Amt benötigt 42 Monate zur Erstellung der wichtigsten Statistik Deutschlands) gab es 26,7 Millionen Erwerbstätigen-Haushalte. 14,1 Mio. Haushalte – also 35% – haben so geringe Einkünfte, dass sie nicht einmal Steuern zahlen müssen.

Von den 43,6 Mio. Beschäftigten, die die Regierung und die amtlichen Medien als Jobwunder feiern, verdienen 17 Millionen bzw. 39% zu wenig, um steuerpflichtig zu sein.

Rd. 2,5 Mio. Erwerbstätigen-Haushalte haben lt. Einkommensteuerstatistik zwar eine Steuererklärung abgegeben, verdienten monatlich aber nicht einmal 658 € (Singles) bzw. 1.106 € (Paare) oder 1.016 (Alleinerziehende mit 1 Kind). Was hat es mit diesen Zahlen auf sich? Das ist der „Grundfreibetrag“.

Die Einkommensteuer ist oberhalb des Grundfreibetrags von jährlich 7.896 € (2012) bzw. 8.652 € (2016) zu zahlen. Das heißt: Union, SPD, Grüne und FDP haben in den letzten Jahrzehnten als Regierungsparteien ein steuerfreies Existenzminimum beschlossen, dass 2016 bei lediglich 721 € monatlich liegt. Ab 722 € verdient man nach Ansicht von Union, SPD, Grünen und FDP genug, um Steuern zu zahlen. Seit 2005 kassiert die Regierung auch bei Renten oberhalb von 721 € Steuern. Ab dem ersten Euro Monatseinkommen kassieren die Regierungsparteien seit 2013 Beiträge zur Rentenversicherung (bis 450 € nur auf Antrag beitragsfrei).

Die Einkommensverteilung in Deutschland

Die Einkommensteuerstatistik zeigt nicht das Einkommen pro Person, sondern pro Haushalt. In der Regel werden Paare zusammen in einer gemeinsamen Steuererklärung „steuerlich veranlagt“. Die Einkommen pro Haushalt sind also  bei Paaren, die beide berufstätig sind, erheblich höher als wenn nur 1 Person im gemeinsamen Haushalt erwerbstätig ist. Das heißt umgekehrt:

Das Einkommen pro erwerbstätiger Person ist durchschnittlich erheblich niedriger als die durchschnittlichen Haushaltseinkommen.

  • 37% aller erwerbstätigen Haushalte hatten ein Monats-Einkommen unter 2.083 € brutto. Das sind lt. SZ-Gehaltsrechner bei 3 Personen und Steuerklasse 3 maximal 1.634 € netto. Abzüglich Wohnkosten in einer Großstadt bleiben einer 3-köpfigen Familie aus dem unteren Einkommensdrittel der Erwerbstätigen pro Person maximal 250 € pro Person und Monat zum Leben.
  • 46% aller erwerbstätigen Haushalte hatten ein Monats-Einkommen unter 2.500 € brutto. Das sind bei 3 Personen und Steuerklasse 3 maximal 1.895 € netto. Abzüglich Wohnkosten in einer Großstadt bleiben einer 3-köpfigen Familie aus dem unteren Einkommenshälfte der Erwerbstätigen pro Person maximal 340 € pro Person und Monat zum Leben.
  • Der Weg der USA zu Mehrfachjobbern steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Bisher haben rd. 5% einen Zweitjob, wobei der zweite Job fast immer ein Niedriglohnjob ist.
  • Geht man von lediglich einem Drittel Doppelverdiener-Haushalten aus, liegt das mittlere Einkommen (Median) bei ca. 20.250 € brutto jährlich = rd. 1.690€ brutto monatlich.

Anders ausgedrückt (zwecks Vergleichbarkeit mit den aktuellsten verfügbaren Einkommensdaten für 2012):

  • Die Hälfte aller Jobs wird mit monatlich maximal rd. 1.690 € brutto = rd. 1.200 € netto bezahlt.
  • Von 22 Mio. Volllzeitbeschäftigten erhielten 4,11 Mio. Vollzeitbeschäftigte nur einen Niedriglohn
  • Die Hälfte aller erwerbstätigen Haushalte lebt auf oder knapp über Hartz IV-Niveau.
  • Nur 14,4 Mio. der 40,8 Mio Haushalte haben ein Gesamteinkommen von über 30.000 € brutto.
  • Von rd. 50 Mio. Erwerbsfähigen (Rentner, Studenten, Auszubildende, Arbeitsunfähige, Kinder sind außen vor) bzw. Erwerbswilligen (in den USA gibt es den passenderen Begriff „labor force“) hatten 2012 rd. 40% ein Einkommen von weniger als 658 € monatlich (bei Paaren 1.106 €, bei Alleinerziehenden mit Kind 1.016 €).

Bei der Einkommensverteilung in Deutschland sind auch die rd. 21 Mio. Rentner zu berücksichtigen. Laut dem aktuellsten verfügbaren Rentenversicherungsbericht 2015 des Deutschen Bundestags (Drucksache 18/6870, Seite 13) erhielten männliche Rentner in Deutschland 2013 durchschnittlich 1.013 € Rente, Rentnerinnen sogar nur 762 € monatlich. 2014 lag die tatsächliche Durchschnittsrente bei rd. 869 €. Durchschnittliche Rentnerinnen sind Sozialfälle, die oft auf die Unterstützung ihrer Kinder angewiesen sind und aus Scham das ihnen zustehende Sozialgeld nur sehr selten (knapp über 1 Mio. Rentner) in Anspruch nehmen.

Hinzu kommen die 3,7 Millionen offiziellen Arbeitslosen, die die Bundesagentur für Arbeit auf verschiedene Statistiken verteilt. Rd. 7 Millionen Bundesbürger leben in Hartz 4 – Haushalten.

Ca. 60% der Deutschen auf Armutsniveau?

Solche Fakten werden von Regierung, amtlichen Medien und Lobbyisten gern mit der Anmerkung abgestritten, es gebe ja noch Einkünfte aus Vermietungen, Dividenden, etc. Das stimmt zwar – aber wer besitzt denn Immobilien, um sie zu vermieten? Wer besitzt Unternehmensanteile, Aktien etc. in einem nennenswerten Umfang? Praktisch niemand von den unteren beiden Dritteln der Gesellschaft. Auch hier führt das arithmetische Mittel völlig in die Irre, und der Median (mittlerer Wert) zeigt die Realität.

Nicht nur die 7 Mio. Hartz IV-Bezieher, sondern auch die Mehrheit der Rentner und rd. 40% der Erwerbstätigen leben folglich auf oder knapp über Hartz IV Niveau.

Im Gegensatz zu den Regierungsvertretern und diversen neoliberalen Froschköchen bin ich der Ansicht, dass man in Anbetracht der Lebenshaltungskosten und insbesondere der Wohnkosten arm ist, wenn man nach Abzug der Wohnkosten maximal 340 € pro Kopf und Monat zum Leben hat.

Warum umfragebasierte Armutsstatistiken und die Definition von „60% des Median-Einkommens“ ein Witz sind, lesen Sie unter „Armut in Deutschland: Zahlen und Fakten“.

Wenn die Regierung als behauptet „Deutschland geht es gut“, dann ist das eine manipulative und falsche Aussage. Einigen Wenigen geht es blendend, die meisten Menschen kommen kaum über die Runden.

Riegierungsparteien: Nicht Versagen, sondern Vorsatz

Die „Sozial“-Demokraten, „Christ“-Demokraten und „Christ“-„Sozialen“ greifen also Menschen mit Armutseinkommen in die Tasche. Die Marktradikalen von FDP und (künftig?) AfD sowieso. Das steuerfreie Existenzminimum ist viel zu niedrig angesetzt. Hier erweisen sich die Regierungsparteien wieder einmal als gesellschaftlich schädlich und verfassungsfeindlich (Artikel 1 Menschenwürde, Artikel 2 freie Entfaltung der Persönlichkeit, Artikel 6 Schutz der Familie, Artikel 12 freie Wahl des Arbeitsplatzes).

Das Bundesverfassungsgericht, das ausschließlich aus Abgesandten der Regierungsparteien besteht, versagt stets sowohl bei der Definition des Existenzminimums als auch bei der juristischen Bewertung der Gesetze der Regierungsparteien.

Jede Regierung lügt: Tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland

Wie hoch ist eine Arbeitslosenquote ? Das ist eine Frage der Definition. „Jede Regierung lügt“, stellt die auf Arte gesendete Doku von Oliver Stone fest:

(Anmerkung: Das Video wird ständig von YouTube gelöscht. Falls das Video nicht mehr funktioniert, einfach „Jede Regierung lügt“ neu bei YouTube, Google oder Bing suchen)

Die Regierung definiert Arbeitslose als Personen, die Anspruch auf Leistungen haben. Und dabei schließt sie die meisten Personen aus. Siehe auch „Arbeitslosenstatistik und Armutsstatistik USA„.

Die tatsächliche Formel für die Arbeitslosenquote lautet: Anteil der Erwerbswilligen, die keinen Job haben, von dem man leben kann, an der Gesamtzahl aller Erwerbswilligen.

Es gibt in Deutschland rd. 50 Mio. Erwerbswillige, bestehend aus 3,4 Mio. Arbeitslosen, mindestens 3 Mio. „Stille Reserve“ (Menschen, die Arbeit suchen würde, wenn es Arbeitsplätze für sie gäbe sowie 43,6 Mio., die von der Regierung als erwerbstätig gezählt werden. Der amerikanische Fachausdruck dafür ist „labor force“.

Es mag unter den Arbeitslosen auch Arbeitsunwillige geben. Nehmen wir an, es wäre ein Drittel. Andererseits dürfte die Stille Reserve erheblich über 3 Mio. liegen. Und auch viele Rentner würden gern arbeiten, wenn es Arbeitsplätze für sie gäbe, die anständig bezahlt werden und körperlich nicht zu anstrengend sind.

Von den 50 Mio. haben aber laut Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts nur 24,2 Mio. erwerbstätige und steuerpflichtige Haushalte ein Einkommen oberhalb des Steuerfreibetrags von 658 € pro Erwachsenem.

Zieht man davon noch die Kinder in den Haushalten ab heißt das: Die Anzahl der Erwerbswilligen (genauer: „labor force“), die keinen wirklichen Job haben, liegt in Deutschland bei rd. 40%. Und das heißt:

Wenn man Jobs nicht zählt, von denen man nicht leben kann, liegt die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland bei rd. 40%.

Und die Lösung?

Analysen gibt es unendlich viele. Analysen sind ein Anfang, ändern aber nichts. Wir bieten Ihnen ein alternatives Wirtschaftssystem, das „Economic Balance System“, das u.a. Arbeitslosigkeit und Niedriglohn komplett beseitigen kann. Das System ist eigentlich ganz simpel. Es ist lediglich die regionale Verknüpfung von Geschäften und Beschäftigung, siehe Kurzversion und FAQ.

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