Zinsproblem – Lösungen

„Der Zins ist nicht das Problem, sondern der Zinseszins.“ (Margrit Kennedy)

Das eigentliche Problem: Extreme Vermögensanhäufung

Zinsgegner lehnen Zinsen ab, weil sie eine Ausbeutung der Arbeitenden durch die Besitzenden bewirken. Zinsbefürworter argumentieren, Zinsen sollten sogar möglichst hoch sein, um die Geldbesitzer zum Verleihen von Geld zu motivieren.

Die Lösung des Zinsproblems wird dadurch erschwert, daß nicht nur die Zinsgegner, sondern auch die Zinsbefürworter Recht haben. Einerseits sind Zinsen unmoralisch und lassen das System kollabieren (mehr). Andererseits wird (im bisherigen System) niemand Geld verleihen, wenn es keine Zinsen gibt.

Gegner und Befürworter des Zinssystems verkennen jedoch: Nicht der Zins ist das eigentliche Problem, sondern die Anhäufung extrem großer Vermögen in den Händen weniger.

Besonders bedenklich ist auch der Trend: Der Vermögensanteil der winzigen Oberschicht steigt, während der Vermögensanteil der breiten Masse der Bürger sinkt. In Drucksache 13/7828 vom 04.06.1997 stellte der Deutsche Bundestag auf Seite 5 fest:

„Die Verteilung des Vermögens ist immer ungerechter geworden.“

  • Das obere 1% der Haushalte besaß 23% des Volksvermögens
  • Die unteren 50% besaßen 2,5%

Durch das eigentliche Zinsproblem (die Umverteilung von arm nach reich durch Profite) ist diese Schere seither weiter auseinander gerissen. Heute besitzen die oberen 10% ca. 85% allen Vermögens. Die unteren beiden Drittel besitzen ca. 5%.

Vermögensverteilung

Vermögensverteilung in Deutschland Georg Schramm Neues aus der AnstaltAuf dem Bild oben sehen Sie die Situation in Deutschland auf Basis der Zahlen der letzten Vermögenssteuer von 1997 (!): Die oberen 10% besaßen 2/3 des Volksvermögens, und die untere Hälfte so gut wie nichts.

Die Welt zerreißt

Eine solche ständige Vermögensanhäufung ist erstens aus mathematischen Gründen zum Scheitern verurteilt, zweitens zerreißt es unsere Gesellschaft – in Deutschland und auch global. Der größte Skandal unserer sogenannten Zivilisation liegt darin, daß eine winzige Oberschicht absurd hohe Vermögen besitzt, während gleichzeitig weltweit:

  • täglich rd. 24.000 Menschen verhungern
  • alle 5 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an Armut stirbt
  • ca. 3 Milliarden Menschen von weniger als 2 € am Tag leben müssen
  • ca. 2 Milliarden Menschen über keine Elektrizität verfügen
  • ca. 2,6 Milliarden Menschen über keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügen
  • ca. 2,4 Milliarden Menschen nicht einmal eine medizinische Basisversorgung besitzen
  • die 48 Staaten mit den 600 Millionen ärmsten Menschen der Welt zusammen weniger besitzen als die 3 reichsten Menschen der Welt

Mehr: Siehe „Fakten über die Globalisierung„)Ein weiteres gewaltiges Problem ist die Tatsache, daß die winzige Oberschicht ihre finanzielle Macht einsetzt, um weltweit politische Entscheidungen zu ihren Gunsten zu kaufen – auch in Deutschland. Es führt also im Sinne der Selbsterhaltung und Genesung der menschlichen Zivilisation kein Weg daran vorbei, diese extreme Ungleichheit und die extremen Vermögen auf ein akzeptables Maß abzubauen.

Lösungen

Wir sehen vor allem 5 Lösungsmöglichkeiten, um das Zinsproblem und das Problem des Auseinanderreißens zwischen Arm und Reich zu lösen:

  1. Hohe Einkommen und Kaufkraft für alle (mehr)
  2. Ein minimaler Kreditbedarf (mehr)
  3. Vermögensbeschränkungen bei Immobilien und Unternehmensbeteiligungen (mehr)
  4. Vorübergehende Notlösung: Währungsreformen (mehr)
  5. Theoretisch, aber nicht praktisch: Umlaufgesichertes Geld (mehr)