Die Definition des Begriffs „Faschismus“
Kurzfassung: Faschismus ist, wenn nur 1 Ideologie gilt. Diese wird mit allen Mitteln durchgesetzt.
Viele Menschen nennen andere „Faschisten“. Das ist gerechtfertigt, wenn es der Definition entspricht, und ungerechtfertigt, wenn es der Definition nicht entspricht.
Aber was ist die Definition eines Faschisten? Ein Faschist ist jede Person, der gemäß der Definition Faschismus handelt. Aber was ist Faschismus? Von dieser Frage hängen auch Entscheidungen in Gerichtsverfahren ab.
Ständige Weiterentwicklung zum „modernen“ Faschismus
Es zeugt von Ignoranz, geringer Bildung und geringer Intelligenz, oder von boshaften (faschistischen) eigenen Interessen, nur eine einzige Variante des Faschismus als solche anzuerkennen.
Kluge Menschen wie Bärbel Bohley und Umberto Eco (siehe die ersten beiden Bilder weiter unten) sahen es voraus: Der Faschismus wird von den Mächtigen immer weiter entwickelt. Er wird subtiler, besser getarnt, schwerer zu erkennen. Ohne Uniformen, militärisches Auftreten, Hakenkreuze und lautes Gebrüll. Mit „1984“ und „Brave New World“ als Bauplan-Grundlagen. Mit Gaslighting, Framing, Nudging und anderen Tricks wird die „Psychologie der Massen“ zur Durchsetzung der eigenen Ideologie genutzt. Durch die technische Entwicklung wird er mit ganz neuen Möglichkeiten umgesetzt.
Randnotiz: Umberto Eco, der 2016 starb, verfasste 1995 seine „14 Merkmale des Ur-Faschismus“ als genau das: UR-Faschismus. Sein Zitat zum „Faschismus von heute„, um den es hier geht, formulierte er später.
Uneinigkeit bei Experten und Lexika
Nimmt man Wikipedia als Maßstab, gibt es in der „Faschismustheorie“ keine Einigkeit. Manche verstehen unter Faschismus eine rechtsextreme Diktatur. Andere verstehen darunter jede Art von Diktatur. Manche interpretieren einen Führerkult oder militärische Strukturen hinein, für andere ist das irrelevant, usw.
Wikipedia schreibt unter „Faschismus“:
„Eine Definition von „Faschismus“ gestaltet sich schwierig, da weder der Begriff an sich etwas über sein Wesen aussagt (siehe oben) noch die meisten europäischen Bewegungen der Zwischenkriegszeit, die im Allgemeinen als faschistisch bezeichnet werden, dieses Wort überhaupt verwendet haben.“
„Was Faschismus ist oder sein soll, wurde vornehmlich von seinen Gegnern bestimmt, die Theorien des bzw. über den Faschismus entwickelt haben.“
Beim Leibniz Institut für Sozialwissenschaften erschien die wissenschaftliche Publikation „Der Faschismus : eine Definition zur Orientierung“ von Emilio Gentile und Joachim Kalka. Abstract: „Ideologie ist ohne Zweifel ein essenzielles Element jeder Definition des Faschismus. Gleichwohl müssen auch andere, organisatorische, kulturelle und institutionelle Dimensionen untersucht werden sowie das Zusammenspiel zwischen der Ideologie und der Geschichte des Faschismus, Mythen und Organisationen, Kultur und Institutionen. Der Verfasser interpretiert den Faschismus als „totalitäres Experiment“ und schlägt Schlüsselkategorien vor, die die weitere vergleichende Forschung leiten können.“ Mit anderen Worten: So ganz exakt kann man es nicht definieren.
Der Deutschlandfunk schrieb am 14.08.2025: „Was ist Faschismus? Die eine Definition gibt es nicht.“ Dennoch verengt der (von den sozialistischen Regierungsparteien einschließlich die Union) gesteuerte Deutschlandfunk den Faschismus auf „Antisozialismus, Antiparlamentarismus und Führerprinzip“. Das ist natürlich Unsinn, denn:
- Die Faschisten unter Mussolini und Hitler verstanden sich als Sozialisten.
- Alle faschistischen Regierungen betreiben Parlamente zur Wahrung der Illusion einer Demokratie.
- Jeder Staat hat ein Staatsoberhaupt. Es gibt keine trennscharfte Definition, ab der ein gewählter Staatschef ein „Führer“ ist, oder wo „Personenkult“ beginnt.
Kann man den Begriff gar nicht exakt definieren, hat ein Gericht genau genommen gar keine Möglichkeit zu einer Prüfung, ob die Definition erfüllt ist. Gibt es keine eindeutige Definition, ist lediglich ein (durch Rechtsbeugung) formal legales, aber kein legitimes Urteil möglich.
Ein seriöses Gericht muss bei einer Vielzahl unterschiedlicher Definitionen den Beklagten also erst einmal fragen: „Was genau verstehen Sie unter Faschismus?“ Aus der Antwort ergibt sich dann die Frage, ob die Kläger der Definition des Faschismus entsprechen oder nicht. Und daraus ergibt sich letztendlich, ob der Begriff eine Beleidigung oder lediglich eine zutreffende Beschreibung ist.
Es hilft auch nicht weiter, zu vermuten, was viele oder die meisten Menschen darunter verstehen. Wenn sich nicht einmal Historiker, Philosophen und Politikwissenschaftler einig sind und selbst bei Wikipedia alles schwammig ist – wie soll dann angenommen werden, was „die Gesellschaft“ darunter versteht?
Der Ursprung
Der präziseste Weg, die Definition eines Begriffes festzulegen, ist die Analyse des Ursprungs. Was wollten diejenigen ausdrücken, die einen Begriff prägten? Wikipedia stellt fest, dass der historisch relevante Ursprung des Begriffes in der Mussolini-Diktatur Italiens bis 1945 liegt.
Faschismus entstand aus dem italienischen Wort „fascio“, was ein fest zusammengebundenes „Bündel“ von Holzstäben bezeichnet – siehe nachfolgende Grafik.
Der Historiker Fritz Schotthöfer beschrieb ihn 1924 als „gewissermaßen inhaltsleer“, da er „so gut wie nichts über das Wesen dessen aussagt, was faschistisch ist oder sein soll“. Hier irrt der Historiker, denn aus dem „Bund“ lässt sich alles Weitere ableiten:
„Fascio“ – das Bündel – der Ursprung des Begriffs „Faschismus“. Quelle: Wikipedia
Die treffendste Definition des Faschismus
Das Bündel drückt es sehr gut aus:
Alles wird fest zusammengebunden und dadurch zusammengezwungen. Alles ist in die gleiche Richtung ausgerichtet. Abweichung soll verhindert werden. Ein Ausbrechen und eine Ausrichtung in eine andere Richtung Einzelner soll verhindert werden. Daraus ergibt sich:
Faschismus ist, wenn nur 1 Ideologie gilt.
Diese wird mit allen Mitteln durchgesetzt.
Daraus leiten sich alle Mittel, Methoden und Merkmale des Faschismus ab. Je mehr Punkte aus der nachfolgenden Liste erfüllt sind, desto extremer ist der Faschismus auf dem heutigen Entwicklungsstand:
- Ausschaltung der Meinungsfreiheit, die offiziell betont wird, aber de facto nicht gilt. Verengung zulässiger Debatten auf einen „Meinungskorridor“ im „Overton Fenster„. Nichts ist für Faschisten so gefährlich wie freie Meinungsäußerungen.
- Ausschaltung der Gewaltenteilung: Die Regierungsparteien kontrollieren die 4 Gewalten einer Demokratie, also die Exekutive (Regierung), die Legislative (nationales Parlament als Abnicker), Judikative (Justizsystem mit willfährigen Richtern und Staatsanwälten) und die „Vierte Gewalt“, die reichweitenstarken Medien
- Gleichschaltung der Parteienlandschaft in Parteien, die alle die gleichen Ziele verfolgen
- Unterdrückung der Opposition
- Gleichschaltung der Justiz, entweder direkt durch Weisungsmacht der Regierung über Staatsanwälte und Richter, oder indirekt durch Kontrolle der Regierungsparteien über Beförderungen von Richtern und Staatsanwälten (die sich wiederum aus Karrieregründen opportunistisch selbst gleichschalten)
- Justiz mit zweierlei Maß: Regierungstreue werden für Verbrechen nicht / gering bestraft. Oppositionelle werden überzogen hart bestraft, oft mit kafkaesk konstruierten Vorwürfen.
- Gleichschaltung des Bildungswesens und Indoktrination der Kinder, Jugendlichen und Studenten
- Gleichschaltung der Wissenschaft durch finanzielle Abhängigkeit, Karriere-Entscheidungsmacht durch Ministerien sowie Rufmord
- Gleichschaltung der Medien, Propaganda, Manipulation der Öffentlichkeit durch die „Psychologie der Massen“
- Gleichschaltung der Kulturschaffenden, insbesondere durch Rufmord und Abhängigkeit von öffentlicher Finanzierung
- Förderung Regierungs-naher Medien
- Bekämpfung unabhängiger Medien
- Keine freien und gleichen Wahlen: Hohe Hürden für kleine / neue Parteien durch Wahlgesetze, keine Berichterstattung der Massenmedien über kleine Parteien und politische Alternativen
- Ausgrenzung und Diffamierung der Opposition in den Massenmedien
- Ausschluss kleiner Parteien aus Parlamenten durch Hürden, die die Macht der faschistischen Parteien sichern
- Ausgrenzung Andersdenkender
- Diffamierung Andersdenkender
- Zensur, Sperrungen und Shadow Banning von Accounts, Kanälen, Websites und Suchergebnissen im Internet
- Cancel Culture gegen Vertreter abweichender Meinungen
- Konformitätsdruck (siehe Asch-Experiment)
- Versammlungsverbote und Behinderung von Versammlungen Oppositioneller
- Opportunistisches und feiges Mitläufertum
- Denunzierung von Abweichlern durch Mitläufer
- Vernichtung der Existenz von Andersdenkenden (Berufsverbote, Kontensperrungen, Kündigung von Mietverträgen, Geschäftsschädigung)
- Physische Gewalt (und Androhung derselben) gegen Körper und Besitz Andersdenkender, auch durch Beauftragung von inoffiziellen Schlägertruppen, die Andersdenkende und Oppositionelle terrorisieren
- Schikanen oppositioneller Parteien und Politiker bei Wahlen
- Manipulation von Wahlen (von einseitiger medialer Berichterstattung über Kandidaturverbote und Rückgängig-machen von missliebigen Ergebnissen bis hin zu Fälschungen von Auszählungen)
- Massenüberwachung, um Andersdenkende zu identifizieren und deren Äußerungen gegen sie zu verwenden
- Im Gegensatz zum Ur-Faschismus keine Ablehnung, sondern Nutzung modernster Technologie zur Unterdrückung
- Deklarierung Andersdenkender zu Projektionsflächen für Hass bzw. Sündenböcken, Kultivierung des Hasses wie in „1984“
- Aufbau einer dominanten Kultur mit Mythen, Narrativen und Symbolen
- Orwell’sches Newspeak zur Umerziehung
- Erschöpfende Arbeitswelt, durch die die Massen zu erschöpft sind, um sich ernsthaft mit dem System und den Mächtigen zu beschäftigen und darüber nachzudenken
- Möglichst niedrige Einkommen und keine Möglichkeit zum Vermögensaufbau für die breite Masse, so dass für sie keine finanzielle Freiheit möglich ist und sie mit dem monatlichen Überlebenskampf beschäftigt ist
Vergleichen Sie die Definition und Methoden des Faschismus mit den Worten und Taten von Regierungsparteien, Oppositionsparteien, Journalisten, NGOs und selbsterklärten „Antifaschisten“ in aller Welt:
- Wer denkt und handelt faschistisch?
- Wer akzeptiert nur die eigene Ideologie?
- Wer wendet diese Methoden an?
Man erkennt Faschismus bei Linksextremen / Bolschewisten ebenso wie bei Rechtsextremen, bei Grünen ebenso wie bei klassischen Nazis, bei der WHO ebenso wie bei religiösen Fundamentalisten.
Denkanstöße zum Thema „Was ist Faschismus“?
Sind die nachfolgenden Bilder, Texte und Aussagen Beispiele für Faschismus? Oder für Freiheit und Demokratie?





















