Das Geldsystem ist nicht das Problem: Teil 2 bei Telepolis

Wir freuen uns über eine weitere Veröffentlichung bei Telepolis. Diesmal geht es um einen der größten „Verschwender von APO-Energie“ (APO = außerparlamentarische Opposition): Die Geldsystemkritik.

Teil 1 beschäftigt sich mit der Definition von Geld, „umlaufgesichertem Freigeld“, Regiogeld, der Schöpfung von Geld aus dem Nichts und der Golddeckung. Teil 2  erläutert kurz „Vollgeld“, Giralgeld, Helikoptergeld, „Schuldgeld“ und das Thema Zinsen.

Zum Telepolis Artikel, Teil 1

Zum Telepolis Artikel, Teil 2

Wir erhielten dazu viele Emails von Lesern. Größtenteils beleidigend und wütend, weil wir ihre liebgewonnene Illusion zerstören, das Geldsystem sei ein Problem.

Ja! Das Finanzsystem ist ein Problem! Das bestreitet niemand von economy4mankind! Ebenso das Eurosystem, die demokratisch nicht legitimierte Führung der EZB, das Bankensystem, das SWIFT-System, der zu wenig gezügelte Kapitalismus und das Auseinanderreißen der Schere zwischen denen ohne (nennenswerte) Vermögen und denen, die irrsinnige Vermögen anhäufen. Nur liegt das nicht am reinen Geldsystem, dass seit tausenden Jahren exisitiert und nichts mit den Problemen des Kapitalismus zu tun hat. Geld ist nur ein winziger Teil der Vermögen der Superreichen.

Leidenschaftliche Anhänger der Geldsystemkritik bemängeln, dass die Artikel zu kurz seien. Neueinsteigern sind sie zu lang. Dazu sei gesagt: Es ist ein Telepolis Artikel. Achten Sie man darauf, wie lang dort Artikel sein dürfen. Achten Sie auf die Aufmerksamkeitsspanne typischer Leser.

Die beiden Artikel haben eine Länge, die für Blogartikel / News gedacht ist. Es ist keine allumfassende Doktorarbeit, sondern eine Schnellübersicht über die wichtigsten Aspekte. Statt Leser durch Details zu erschlagen, geht es darum, interssierte und offene Menschen an das Thema heranzuführen, das überhaupt nicht so kompliziert und komplex ist, wie es viele „Geldsystemkritiker“ behaupten.

Mehr Details finden Sie unter:

In Mails und Kommentaren gab es kein Argument und keinen Punkt, bei dem wir unsere beiden Artikel korrigieren müssten. So wurde zum Beispiel kritisiert, dass streng gesetzlich nur Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel ist. De facto ist jedoch selbstverständlich auch das Buchgeld auf unser aller Bankkonten ein gesetzliches Zahlungsmittel. Die Unterscheidung zwischen „streng gesetzlich“ und „de facto“ ist belanglos.

Weitere Vorwürfe: Da Jörg Gastmann an der Ruhruniversität Bochum war und der dortige Studiengang der Wirtschaftswissenschaften nur ahnungslose Idioten hervorbringe, sei auch Jörg Gastmann ein ahnungsloser Idiot. Das ist natürlich ein bestechendes Argument.

Bestürzend naiv finden wir Gegenargumente zur Aussage unseres Artikels, dass eine Wirtschaft ohne Geld nicht möglich ist, ohne zusammenzubrechen.

Wir entkräfteten auch den Mythos einer „Star Trek“ Gesellschaft, in der Milliarden Lebewesen zahlreicher Spezies in der „Föderation der Planeten“ ohne Geld arbeiten. Star Trek Erfinder Gene Roddenberry hat dies zwar behauptet, aber weder er noch sonst jemand hat jemals das Rätsel aufgelöst, wie eine Gesellschaft und Wirtschaft ohne Geld funktionieren soll. Ohne Tauschmittel, ohne Preisbestimmung, ohne die Verrechnung von Leistungen, und ohne Motivation eines Lohns. Das Gegenargument: Jörg Gastmann habe nicht recherchiert, sonst hätte er dieses Video / „Beweisstück“ entdeckt, das beweisen soll, dass eine Wirtschaft ohne Geld möglich ist:

News dazu: Es ist Science Fiction. Fiction heißt: Fiktiv. Erfunden. Es gibt auch keinen Warp Antrieb, keine Einhörner, keinen Balrog von Morgoth und keinen Mann im Mond. Einfach zu behaupten, etwas existiere, weil man es in TV oder Kino gesehen habe, verdeutlicht das Kernproblem unserer Gesellschaft: Extrem leicht beeinflussbare und nicht selbst denkende Wähler.

Beitragsbild: US Bureau of Engraving and Printing, Washington D.C., Druckerei des US Dollar.. Foto: economy4mankind