Arbeitsmarkt Balance System (ABS): Kurzversion

Keine Geschäfte ohne ausreichende Beschäftigung

Kann man Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne beseitigen? Das halten die angeblichen “Experten” für unmöglich, ist jedoch ganz simpel.

Man kann den ökonomischen Mechanismus von Angebot und Nachfrage im Sinne der Menschen anwenden. Das heutige Überangebot an Arbeitskräften kann man in ein Überangebot an Arbeitsplätzen drehen.

Dazu muß man bei den Arbeitgebern für eine zusätzliche Nachfrage nach Arbeitskräften sorgen. Wie erreicht man das?

  1. Die zusätzlichen Mitarbeiter müssen für alle Unternehmen existentiell wichtig sein.
  2. Was ist die Existenzgrundlage von Unternehmen? Ein möglichst hoher Umsatz.
  3. Wie erzielt man einen möglichst hohen Umsatz? Vor allem durch möglichst niedrige Verkaufspreise.
  4. Wie kann der Gesetzgeber Einfluss auf die Verkaufspreise nehmen? Durch den Satz der Umsatzsteuer.
  5. Wie kann der Gesetzgeber also Einfluss auf die Zahl der Beschäftigten nehmen? Mit einer “Unterbeschäftigungssteuer”, deren Satz jedes einzelnen Unternehmens man mit dessen Beschäftigungsintensität (= Verhältnis von Mitarbeiterzahl zum Umsatz) verknüpft.

Die Unterbeschäftigungssteuer entspricht technisch einer echten Umsatzsteuer, wie z.B. der bereits existierenden US sales tax. Im Unterschied zur Mehrwertsteuer gibt es keinen Vorsteuerabzug. Und wer die Bedingungen der Steuer erfüllt, muss sie nicht zahlen.

Erfolgsgrundlage

An dieser Stelle wirkt ein weiteres marktwirtschaftliches Prinzip (aufgrund dessen übrigens der Sozialismus / Kommunismus nie funktionieren kann): Jeder (Unternehmer und Arbeitnehmer) sucht seinen persönlichen Vorteil. Das ist nicht schön, liegt aber in der menschlichen Natur – und es ist daher der Motor jedes funktionierenden Wirtschaftssystems. Ohne Motivation geht nichts.

So erkannte Adam Smith, Begründer der Nationalökonomie und höchster Guru der Neoliberalen in seinem Buch “The Wealth of Nations, Book I”: “Es ist nicht die Wohltätigkeit des Metzgers, des Brauers oder des Bäckers, die uns unser Abendessen erwarten lässt, sondern dass sie nach ihrem eigenen Vorteil trachten.“

Im “Arbeitsmarkt Balance System” (ABS) sind die Unternehmer motiviert, weil sie eine enorm steigende Kaufkraft in Umsätze und Profite umsetzen können – steuerfrei. Und die Arbeitnehmer sind motiviert, weil sie in einer entspannteren Arbeitswelt sehr viel mehr Nettogehalt verdienen können.

Von Adam Smith stammen auch die Erkenntnisse “Konsum ist der Zweck aller Produktion” und “keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist.”

Das ABS setzt also die Erkenntnisse von Adam Smith konsequenter um als jedes andere Wirtschaftssystem.

Definition

Die Höhe des auf den Verkaufspreis aufzuschlagenden Satzes der Unterbeschäftigungssteuer hängt ab vom Verhältnis der Inlandsarbeitnehmer zum Inlandsumsatz des verkaufenden Unternehmens.

Gesetzentwurf mit Details

Einen detaillierten Gesetzentwurf finden Sie hier.

Ergebnis

Die Arbeitsplatz-Vernichtende Gesetzmäßigkeit wird also umgedreht, die besagt: Je weniger Mitarbeiter (im Verhältnis zum Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können die Verkaufspreise sein. Stattdessen lautet die Regel des ABS (bis zu einer vordefinierten Grenze):

Je mehr Inlands-Mitarbeiter (im Verhältnis zum Inlands-Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können die Inlands-Verkaufspreise sein.

Beispiel

Angenommen, die Bandbreite der Unterbeschäftigungssteuer einer Branche liegt bei 0 – 200%. Die Staffel in diesem Beispiel:

  • Wer weniger als 6 “Mitarbeiter pro Umsatzmillion” beschäftigt, muß den Höchstsatz von 200% Unterbeschäftigungssteuer auf seine Produkte aufschlagen (was seine Produkte fast unverkäuflich macht).
  • Wer mindestens 6 “Mitarbeiter pro Umsatzmillion” beschäftigt, darf seine Produkte mit 150% Unterbeschäftigungssteuer anbieten (was immer noch zu teuer für den Markt ist).
  • Wer mindestens 7 “Mitarbeiter pro Umsatzmillion” beschäftigt, darf seine Produkte mit 100% Unterbeschäftigungssteuer anbieten (was immer noch zu teuer für den Markt ist).
  • Wer mindestens 8 “Mitarbeiter pro Umsatzmillion” beschäftigt, darf seine Produkte frei von der Unterbeschäftigungssteuer anbieten.

Aus dem “Verhältnis von Mitarbeiterzahl und Umsatz” (blaue Linie) ergibt sich folgende Unterbeschäftigungssteuer (rote Linie):
Unterbeschäftigungssteuer

Konsequenzen

Heute gilt die Faustregel: Je weniger Menschen ein Unternehmen beschäftigt, desto billiger kann es seine Produkte anbieten. Das ABS dreht es um: Je mehr Menschen (im Verhältnis zum Umsatz) ein Unternehmen beschäftigt, desto niedriger sind seine Preise.

Unternehmen werden daher Menschen auf die Gehaltslisten setzen, die sie eigentlich überhaupt nicht benötigen – um sie von der Umsatzsteuer abzusetzen und dadurch ihre Produkte möglichst preisgünstig verkaufen zu können. Dabei müssen sie ihnen bei niedrigen Arbeitszeiten hohe Gehälter zahlen (siehe Gesetzentwurf, Punkt 3).

Produkte von Unternehmen, die zu wenige Mitarbeiter (im Verhältnis zum Umsatz) bezahlen, sind aufgrund hoher Mehrwertsteuersätze nahezu unverkäuflich. Kurz gesagt:

Wer in einem Land Waren verkaufen will, muß im gleichen Land entsprechend viele gut bezahlte Arbeitsplätze bieten. Umsätze und Beschäftigung werden regional verknüpft.

Wenn koreanische oder amerikanische Unternehmen Smartphones in Deutschland verkaufen wollen, müssen sie ausreichend viele Deutsche beschäftigen. Wenn Volkswagen in Frankreich seine Autos verkaufen will, muss VW ausreichend viele Franzosen auf der Gehaltsliste führen. Wenn Chinesen der Amerikanern Spielwaren verkaufen wollen, müssen sie ausreichend viele Amerikaner beschäftigen. Dabei bildet der Markt die Mischung aus Vollzeit- und Teilzeitarbeitsplätzen sowie Azubis und “Steuerspar-BGE”-Empfängern (die für Importeure die billigste Methode sind, um die Unterbeschäftigungssteuer zu vermeiden).

Es ist ein faires Geschäft zwischen Konsumenten und Unternehmen. Und der Arbeitsmarkt wird vollkommen immun gegen die globale Lohnkostenkonkurrenz und Rationalisierungen/Automation. Wichtig: Die Bandbreite (Ober- und Untergrenze der Sätze der Umsatzsteuer) kann je nach Branche (und sogar nach Produkten oder Produktgruppen) differenziert werden. Erläuterungen und Antworten auf typische Fragen finden Sie in den FAQ.